Von diesem Thema habe ich mich lange verwirren lassen und ich kenne einige gestandene Gärtner, denen es zu Beginn ebenso ging.

Deswegen ist es gut, dass Du Dir das Thema hier anschaust. Fruchtwechsel und Fruchtfolge sollten bei der Gartenplanung berücksichtigt werden, denn sie helfen Dir sehr dabei, Deinen Boden & Deine Pflanzen gesund zu halten und entsprechend auch gute Ernten zu bekommen.

Da diese „Regeln“ alle aus Erfahrungswerten aus Ackerbau und Garten gewonnen wurden, können sie sich sogar manchmal etwas wiedersprechen. Wenn man dann noch die Hinweise zu guten und schlechten Pflanzennachbarschaften berücksichtigen will, wird man leicht frustriert statt motiviert. Es geht halt nicht perfekt, aber es ist sehr sinnvoll und manches Mal wichtig diese Erfahrungswerte zu nutzen.

Deswegen gilt in meinem Garten: So gut es geht.
Und meistens geht es dann auch wirklich sehr gut 🙂

 

Also, was ist denn eine Fruchtfolge?
Leicht zu merken: Welche Feldfrüchte sollten aufeinander folgen.
Bezogen vor Allem auf Nahrungsbedürfnisse der Pflanzen und den Boden.

Verschiedene Pflanzen brauchen verschieden viel Nahrung aus dem Boden. Es ist eigentlich wie bei Menschen auch: Manche sind sehr gute Esser (Starkzehrer), manche essen “normal” (Mittelzehrer) und manche essen wie Vögelchen (Schwachzehrer) – aber nicht alle Menschen essen gerne das gleiche.

Auch die Pflanzen ziehen unterschiedliche Nahrung/Nährstoffe aus dem Boden. Deswegen muss man schauen, dass sie zur rechten Zeit/in einer sinnvollen Reinfolge (Fruchtwechsel) oder Zusammenstellung (Fruchtfolge) ins Beet kommen, damit für jeden das da ist, was er braucht und damit die Erde nicht müde wird, dadurch, dass ihr immer die gleichen Nährstoffe entzogen wird. Denn wenn die Erde müde wird, werden die Pflanzen schwach und die Ernten klein.

Also logisch: Erst Starkzehrer, danach Mittelzehrer und dann die Schwachzehrer, das ist eine vollständige Fruchtfolge, danach fängt sie wieder von vorne an. Manche Gärtner überlassen jeder Sorte ein Jahr lang ein Beet und lassen nach einer vollständigen Fruchtfolge das Beet ein Gartenjahr lang ruhen, also brach liegen (das nennt man vier-Felder-Wirtschaft). Da mein Garten eher klein ist, tue ich das nicht.

Die einzelnen Teile einer Fruchtfolge müssen jedoch nicht immer ein ganzes Jahr dauern- das kommt eher aus dem Ackerbau. Du kannst auch in einem Gartenjahr eine vollständige Fruchtfolge mit Stark-, Mittel- & Schwachzehrern auf einem Beet durchführen oder auch eine halbe. Das ist sogar sinnvoll, da verschiedene Pflanzen auch verschiedene Temperaturen benötigen. Damit Du das planen kannst, nimmst Du einfach einen Pflanzplan zur Hilfe oder baust Dir selber einen.

Nach einer vollständigen Fruchtfolge muss der Boden wieder mit Nährstoffen versorgt werden. Manche Gärtner füttern den Boden dann mit gut verrottetem Pferdemist, bevor die nächste Fruchtfolge beginnt. Wenn Du leicht an (gut verrotteten) Mist kommst, ist das sicher ein guter Weg. Oder aber, Du gibst vor jedem Pflanzen eine Schüppe gut verrotteten Kompost in das Quadrat, das Du bepflanzen willst. Denn auch Schwach- & Mittelzehrer freuen sich meist über Kompost.

 

Starkzehrer Die Starkzehrer
Dazu gehören z.B.:

 

 

Mittelzehrer  Die Mittelzehrer
Dazu gehören z.B.:

 

 

Schwachzehrer Die Schwachzehrer
Dazu gehören z.B.:

 und die meisten Kräuter

 

Aber auch hierbei sind sind sich nicht alle Gärtner einig, so habe ich schon gesehen, das in mancher Literatur die Zwiebeln und Mais zu den Starkzehrern in anderen Büchern zu den Mittelzehrern gezählt wurden. Schon allein deswegen ist es müßig diese Erfahrungswerte als Regeln betrachten zu wollen. Wichtig ist, das zwei Pflanzen, die eher zu den Starkzehrern zählen nicht hintereinander aufs Beet kommen. Wenn Du jedoch mal zwei Mittelzehrer hintereinander aufs Beet tun möchtest, dann gib dem zweiten eine gute Schaufel Kompost mit und es wird in den meisten Fällen gut funktionieren.

 

Fruchtwechsel der Pflanzenfamilien
Leicht zu merken: Feldfrüchte sollten sich abwechseln.
Bezogen vor Allem auf Pflanzeneigenschaften und -bedürfnisse.

Es gibt verschiedene Pflanzenfamilien. Die gängigsten im Gemüsebeet sind dabei acht große Familien:

 

Schmetterlingsblütler Die Schmetterlingsblütler (lat. Leguminosen)
Dazu gehören z.B. 

 

 

Kreuzblütler Die Kreuzblütler (lat. Cruziferae)
Dazu gehören z.B. 

 

 

Nachtschattengewächs Die Nachtschattengewächse (lat. Solanaceae)
Dazu gehören z.B. 

 

 

Doldengewächs Die Doldengewächse (lat. Umbelliferae)
Dazu gehören z.B.

 

 

Liliengewächs Die Liliengewächse (lat. Liliaceae)
Dazu gehören z.B. 

 

 

Gänsefußgewächs Die Gänsefußgewächse (lat. Chenopodiaceae)
Dazu gehören z.B. 

 

 

Gurkengewächs Die Gurkengewächse (lat. Cucurbitaceae)
Dazu gehören z.B. 

 

 

Korbblütler Die Korbblüter (lat. Compositae)
Dazu gehören z.B.

 

 

Gräser Die Gräser (lat. Gramineae)
Dazu gehört z.B. 

 

 

Manche Pflanzenfamilien sollten auf keinen Fall zwei Jahre hintereinander auf dem gleichen Beet stehen, da sich sonst Krankheiten im Boden festsetzten können. Andere Pflanzenfamilien vertragen sich besser oder schlechter miteinander- wie die Familien bei Romeo & Julia oder besser noch: Wie in einer normalen Nachbarschaft auch. Manche Pflanzen vertragen sich nicht so gut, andere lassen sich gegenseitig ziemlich in Ruhe und wieder andere helfen einander oder schützen sich gegenseitig. Hier redet man von schlechten oder guten Pflanzennachbarn. Dazu gibt es zig Theorien und Erfahrungen, von deren Masse man sich leicht verunsichern lassen kann. Immer wenn man denkt „jetzt endlich, habe ich den perfekten Plan“ merkt man kurz drauf, dass er doch einen „Fehler“ hat.

Mach Dich nicht verrückt, es geht hier nicht ums perfekt sein, sondern darum, dass Du Deinen Pflanzen möglichst gute Wachstumsbedingungen bietest. Wenn Du das Thema ein wenig entspannter angehst, kannst Du viele Vorteile aus dieser Fülle von Erfahrungen recht leicht für Deine Pflanzen nutzen, in dem Du Mischkultur betreibst. Hier kommen verschiedene Familien auf ein Beet, die einander helfen. Im Hochbeet, in dem im Quadrat angebaut wird, passiert das sowieso meist relativ natürlich und von selbst.
Ich habe mich nach einigen Anläufen entschlossen, mich auf ein paar Punkte, die mir besonders wichtig erscheinen, zu beschränken und achte vor Allem auf drei Dinge:

1. Die Fruchtfolge, also den Rhythmus von Stark-, Mittel- & Schwachzehrern einzuhalten.
Das heißt für mich aber nicht, dass ich nicht auch zwei Mittelzehrer hintereinander aufs Beet setzte. Ich habe auch Pflanzpläne, in denen auf einen Mittelzehrer ein Schwachzehrer und dann wieder ein Mittelzehrer folgt. Das geht mit der Zugabe von Kompost auch gut. Vor dem nächsten Starkzehrer sollte der Boden dann allerdings nochmal gut gefüttert werden.

2. Bezüglich der Pflanzenfamilien (also des Fruchtwechsels):
a) dass jedes Beet (bzw. Quadrat) mindestens ein Jahr Pause vom Kohl hat.
Das ist wichtig, da sich sonst eine Krankheit- die Kohlhernie- im Boden festsetzen kann und jede neue Kohlpflanze befällt. Man wird sie dann nur sicher wieder los, wenn man sieben Jahre (!) lang keinen Kohl aufs Beet setzt und das ist deutlich aufwendiger als dafür vorzusorgen, dass die Kohlhernie gar nicht erst entstehen kann.

b) Dass die Quadrate mit Möhren und Zwiebeln/ Lauch abwechselnd stehen,
weil sie einander vor der Möhren- bzw. Zwiebelfliege schützen.

3. Möglichst abwechslungsreich zu Pflanzen.
Also wenn im Frühling ein Nachtschattengewächs auf dem Beet stand, im Sommer ein Schmetterlingsblütler folgen zu lassen und im Herbst einen Doldenblütler. Das passt auch oft ziemlich gut mit der Aufteilung der Stark-, Mittel- & Schwachzehrer überein. Unter Pflanzpläne findest Du einige Beispiele.

Ich habe auch gehört, dass manche Gärtner nicht auf die Pflanzenfamilien achten, aber durchaus darauf, möglichst abwechslungsreich zu Pflanzen: Es sollen dann immer abwechselnd “Blattpflanzen”, “Wurzel-/Knollenpflanzen” und “Fruchtpflanzen” gesetzt oder gesät werden. Der benannte Teil ist dabei immer derjenige, der hauptsächlich gegessen werden soll.

Wie Du es auch halten magst, wie so oft im Leben macht’s hier die gesunde Mischung und einen ‘richtigen’ Weg gibt es nicht, nur Erfahrungswerte, die Du Dir als Richtlinien zur Hilfe nehmen kannst. Experimentiere, wenn Du magst- Wer weiß, vielleicht entdeckst Du dabei auch noch was Neues 🙂

Staudengemüse fallen aus naheliegenden Gründen nicht in die Fruchtfolge- jedoch ist es sinnvoll hier die guten/schlechten Nachbarschaftsverhältnisse zu beachten, damit Deine Pflanzen sich gegenseitig unterstützen und zusammen mit Deinem Boden gesund bleiben.

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