Komposttag: Goldgrube geöffnet ;-)

Ich fand es schon immer seltsam, Kompost/Erde in Plastiktüten in meinen Garten zu bugsieren. Seit mir für dieses Thema die Augen geöffnet wurden (Link) ist es mir nun ein Grauß.
Also: gibt es hier einen (kleinen) Schritt in eine bessere Richtung?

Am sinnvollsten ist wohl ein eigener Komposthaufen. Ich gestehe jedoch, dass meiner in den letzten Jahren aus Platz- und Zeitmangel (oder Setzung anderer Prios) etwas eingeschlafen ist. Der vorhandene Kompost ist sehr schön, aber diese Quelle “sprudelt” nicht, sie tröpfelt gerade eher nur. Ich kriege derzeit nur den simplen Laub-Kompost zustande, der mengenmäßig nicht den Bedarf meiner Pflanzen deckt. (Aber er wäre durchaus wert ausgeweitet zu werden… dazu ein anderes Mal.)

Wenn ihr -aus welchem Grunde auch immer- keinen Komposthaufen habt, dann ist diese müllfreie Alternative für euch vielleicht interessant:

Der Komposttag eurer Stadt

Annähernd jede hat einen- um die Termine zu erfahren, schaut mal auf der Internetseite eurer Stadt nach oder in den Innenteil eures von der Stadt ausgegebenen “Abfall-Kalenders”. Je nach Gemeinde werden wohl die gehäckselten Holzabfälle von Baumschnitt-Arbeiten, die Inhalte der gesammelten Bio-Mülleimer oder/und der Bio-Müll der Friedhöfe aus Vorjahren, in nun kompostierter Form, wieder an die Bürger abgegeben.

Unsere Stadt hat leider nur einmal im Jahr einen Komposttag, meist im April oder Mai.
Also so ungefähr… jetzt!

Das Prinzip: Man kommt vorbei, mit Handkarren, Bollerwagen oder, wenn mans zu weit hat, auch dem Auto und holt sich in mitgebrachten Containern, Eimern, Säcken, Wäschekörben etc. Kompost ab. Schaufeln zum schüppen stellt die Stadt meist bereit und auch Jutesäcke kann man für den Transport erwerben, wenn man keinerlei passende Gefäße zur Hand haben sollte. Oft hilft auch ein Mitarbeiter (m/w) der Stadt freundlich beim Schüppen. Als Begrenzung wird eine “haushaltsübliche Menge” genannt. (M)ein Haushalt kann ehrlich gesagt so einiges an Kompost brauchen und das sieht wohl auch die Stadt ein, denn es hat sich noch nie jemand beschwert, wenn wir wiederholt aufgetaucht sind. Ich verkaufe das gute Zeug oder meine Ernte-Erträge nicht und es ist anscheinend schönerweise mehr als reichlich Kompost für alle interessierten Bürger da.

Spricht etwas dagegen?

Als Gründe gegen diesen Kompost habe ich bisher nur gehört, dass man nicht genau wissen kann was da im Kompost drin ist, also was die Leute in ihre Bio-Mülltonnen werfen. Ich denke, die meisten Leute, die sich nicht für das Thema interessieren, werfen ihren Biomüll eher in die falsche Tonne (Restmüll), als überhaupt irgendetwas in die Bio-Mülltonne zu werfen. Tatsächlich hat man jedoch das gleiche Problem, sobald man Kompost von einer anderen Quelle als dem eigenen Garten bekommt. Selbst in, als hochwertig gepriesenem, verhältnismäßig teurem und abgetütet gekauftem Kompost habe ich schon so “schöne” Dinge wie Schnipsel von Verpackungsfolie oder Plastikringe von Getränkeflaschen gefunden. Leider ist das Zeug ja inzwischen überall. Sicher ist man also nie, das ist korrekt. Das Argument mag also stimmen, ich kann es jedoch nur von Menschen akzeptieren, die ihren eigenen Kompost in ausreichenden Mengen selber herstellen- und diesen dann auch dazu beglückwünschen 🙂

Was sollte man beachten?

Falls ihr keine gesteigerte Freude daran habt, das gewählte Transportvehikel auszukehren und von Kompostkrümeln zu befreien, dann macht es Sinn eine Decke unterzulegen, nur für denn sehr wahrscheinlichen Fall dass beim Be-/ Entladen oder der Fahrt kostbare Kompost-Nuggets herunterpurzeln.

Der Kompost unserer Stadt ist etwas grob. Wenn das bei euch auch so ist, dann könnt ihr ihn trotzdem sehr gut verwenden durch die folgenden Anwendungs-Arten:

  • Kompost als Mulchdecke auf den Beeten verteilen
  • Komposttee herstellen und damit düngen
  • Kompost nachreifen lassen und erst später im Jahr verwenden
  • Kompost nicht direkt an die Wurzeln der Pflanzen packen (Sprich: Loch graben, ein paar cm vom groben Kompost rein, ein paar cm Erde darauf, dann erst Pflanze einsetzen, mit Erde die verbleibenden Lücken füllen)

Und als Sahnehäubchen: Der Kompost ist kostenfrei zu haben.

Natürlich werden die Füchse unter euch jetzt sagen: Stimmt nicht ganz, ich zahle ja auch Gebühren für die Bio-Tonne und Steuern an die Stadt, da ist das mit drin. Da ist was dran, auch der Inhalt der Geldbörse ist eine wichtige Ressource, aber dann solltet ihr doch erst recht hingehen und es nutzen, nicht wahr 😉 Besonders wenn es zudem die Umwelt schont.

In dem Sinne: Fröhliches Schüppen!

 

 

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