Meine kleine Alltagsphilosophie

Abgesehen von den Punkten, die in „Warum ist das wichtig?“ angesprochen wurden, hat diese Art zu handeln, noch viele individuelle & persönliche Zwecke, z.B. Kreativität kanalisieren, Lebensqualität schaffen, finanzielle Entlastung, Pragmatismus, Selbstbewusstsein, Stolz, und auch ganz wichtig: Geschichten.

Kreativität ist nahliegend, denn Interesse steuert die Wahrnehmung, und wenn man immer ein, zwei oder auch noch mehr Projekte irgendwo im Hinterkopf hat, dann sieht man viele Dinge plötzlich mit anderen Augen.

Dann werden Backofenschienen plötzlich zum langgesuchten Material für die Aufhängung der Weingläser oder ein alter Spiegel, mit Tafellack und einem Wand-Tattoo versehen zum vielbewunderten Kreativspielzeug im Esszimmer.

 

Aus Spiegel wird Tafel

 Aus Spiegel wird Tafel – zum Projekt

Man sieht seine Umgebung mit anderen Augen & entdeckt dadurch seine Welt neu.
Damit haben wir den Übergang zur Lebensqualität. Denn nicht nur durch das, was wir erschaffen, das Materielle, schaffen wir Lebensqualität, sondern auch durch die Art wie wir die Welt erleben.

Ich schau jetzt oft genauer hin, bin achtsamer, freue mich über viele kleine Entdeckungen und habe immer wieder kleine freudige Augenblicke und Erfolgserlebnisse.

Früher habe ich mich nicht gefreut, wenn ich gesehen habe, dass jemand Holzdielen rausreißt und vor sein Haus schmeißt- Warum auch? Heute denke ich- Oh, wären die vielleicht für ein Hochbeet geeignet?

Die Welt steckt voller Möglichkeiten! Die junge Frau ist froh, einen Teil ihres „Bau-Mülls“ loszuwerden, ich freue mich über kostenloses Material, für das ich sonst Geld ausgegeben hätte. Geld, dass ich jetzt sinnvoller einsetzen kann (oder auch unsinnvoller, wenn es Freude bringt) was wieder Lebensqualität schafft und finanzielle Entlastung bringt. Außerdem habe ich den Brettern sozusagen ein zweites Leben gegeben- sie verschönern jetzt meinen Garten, statt eine weitere Müllhalde zu vergrößern.

Pragmatismus äußert sich in dem Gedanken: „Warum soll ich etwas wegwerfen, aus dem ich etwas bauen kann, was ich sonst kaufen würde?“. Warum Sperrmüll bestellen um dann das gleiche Material im Baumarkt neu zu kaufen? Oft ist die Qualität der alten Möbel auch viel besser als die neuerer, mit ein paar Schönheits-OPs passt es dann auch wieder in eine modernere Kulisse. Oder man rettet hat „nur“ das Material und gibt ihm eine neue Gestalt, ein neues Leben.

Mit jedem Projekt wird man dann etwas besser, etwas mutiger und etwas Selbstbewusster.

Wenn man aber irgendwann angesprochen wird auf das neue, schöne Möbelstück und sagen kann „Erinnerst Du Dich noch an das alte …, was ewig in der Garage/auf dem Speicher/… stand?“ Und das alte Teil in neuer Gestalt Bewunderung erfährt „Jetzt wo Du‘s sagst… Wow, das hätte ich ja gar nicht wiedererkannt!“, das mach auch stolz und glücklich.

 

Überarbeiteter Küchenschrank

Ein alter Hängeschrank erstrahlt in neuem Glanz – zum Projekt

 

Damit sind wir schon bei den Geschichten angekommen: Unsere heutige Gesellschaft ist oft arg übersättigt- darum gibt es zu annähernd allem, was man heute kaufen kann auch eine „emotionale Seite“, eine Geschichte, die das reine Produkt aufwerten soll. Irgendwelche Attribute, die einem schöne Zusatzinfos geben, einen interessanten Rahmen, etwas zu erzählen und ein gutes Gefühl. So ein Attribut kann aber auch sein „Selbstgemacht und dadurch einmalig“, so eine Geschichte kann auch persönlich sein „…das war mal ein alter Schrank von meiner Oma, den wollte ich schon so oft wegwerfen, habe es aber nicht übers Herz gebracht- irgendwann hatte ich die Idee ihn umzubauen. Jetzt ist er ein … und jedes Mal wenn ich ihn sehe gibt er mir kurz ein gutes Gefühl.“

Das kann man nirgends kaufen.

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Ein Kommentar zu “Nachhaltigkeit – Was bringt mir das?

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