Mehrjährige Nutzpflanzen sind wichtige Bestandteile des „Ewigen Gartens“  und bringen „Gemüse ohne Mühe“.

Neben den Pflanzen, die wir einjährig ziehen, gibt es auch noch Gemüsesorten, die mehrere bis viele viele Jahre an einer Stelle bleiben können und Dir Ernte bringen. Diese Pflanzen würde ich nur dann ins Hochbeet pflanzen, wenn Du neben allem, was Du dort zeihen willst, noch genug Platz hast. Bei mir stehen Sie einfach in den normalen Beeten zwischen den Blumen, manchmal in Töpfen/Containern, damit Sie im Winter geschützter gestellt werden können.

Wenn ich sie habe, schreibe ich die botanischen Namen dazu, denn manche dieser Pflanzen sind gar nicht so einfach zu finden- Nachvollziehbar, denn die Saatgutindustrie erfreuen sie gewiss nicht… Wenn Du Dir Hilfestellung beim Finden wünschst, schau unter Leseempfehlungen & Quellen nach oder schreib einfach einen Kommentar.

 

Hier findest Du eine schöne Auswahl

  • Auch “Diplotaxis tenuifolia (Rucola silvatia)” gennannt, ist ein kleiner, würziger, winterharter (!) Rucola, mit fein gefiederten Blättern. Wenn Du den ganzen Sommer über schöne, zarte Blätter ernten möchtest, solltest Du die Erde feucht halten, stetig ernten und die Pflanze nicht zur Blüte kommen lassen. Ich habe einen Rucola entdeckt, der einen schärferen, Wasabi-artigen Geschmack haben soll (Diplotaxis erucoides) und habe davon Samen bestellt. Ich bin gespannt!
  • Auch “Capsicum pubescens ‘rojo’ oder ‘amarillo'” – Aus Mexikos kühlem Hochland, wird bis zu 15 Jahre alt. Sie trägt zwei Mal im Jahr lila Blüten und knapp golfballgroße, rundliche Früchte in rot oder gelb, die scharf bis mittelscharf sind und schwarze Kerne haben. Entsprechend Ihrem Heimatort, braucht die Pflanze für eine gute Ernte eher einen schattigen & feuchten Ort. Sie kann bei 0-10 Grad Celsius überwintert werden.
  • Auch “Capsicum annuum v. minimum” genannt. Er steht bei uns am Küchenfenster und ist eine wahre Freude. Sie trägt fast immer gleichzeitig Knospen, Blüten, unreife und reife, kleine, nur ca. 1cm große, rote Früchte. Nur im Winter lässt sie es langsamer angehen. Im Sommer macht sie einen Urlaub in den Garten und kommt im Herbst wieder rein. Die Früchte sehen wirklich niedlich aus, sind aber ganz schön scharf. Ich habe unsere über Ableger vermehrt, die im Wasserglas sehr sehr gemächlich Wurzeln gebildet haben- Aber Hauptsache sie habe es getan. Sie sind auch ein sehr schönes Geschenk.
  • Auch “Brassica oleracea Acephala“ genannt, ist ein milder Blattkohl, der keine Blüten entwickelt. Es scheint, als würde dieser Kohl für jede zarte Triebspitze, die man zum Kochen abschneidet, wieder zwei neue austreiben, dadurch wird er mit der Zeit immer buschiger. Die Pflanze ist winterfest und man kann im Sommer und im Winter frische grüne Blätter ernten. Am Anfang wächst er langsam, aber nach dem ersten Jahr hat er gut Geschwindigkeit aufgenommen, so dass er ggf. sogar zurückgeschnitten werden muss. Wenn der Kohlweißling gerne in Deinem Garten zu Besuch ist, solltest Du Deinen Ewigen Kohl davor schützen. Wenn er doch einmal befallen sein solle, überlebt er die Raupen und treibt er im Herbst wieder wunderschöne neue Blätter, egal wie traurig er vorher aussah.
  • Auch “Apium repens” genannt, ist eine in Deutschland heimische, seltene  Pflanze, die wild auf feuchten Wiesen wächst. (Man sollte die Wilde nicht pflücken, weil sie unter Naturschutz steht.) Sie braucht entsprechend feuchte, nahrhafte Erde, aber für gutes Aroma ein ebenfalls sonniges Plätzchen. Die zarten Blätter und Stängel sehen hübsch aus und schmecken ähnlich wie Sellerie, manche sagen auch wie milde Petersilie- Auf jeden Fall in dieser Richtung würzig gut. Wächst zuerst langsam, soll sich jedoch unter guten Bedingungen ganz ordentlich ausbreiten.
  • Auch “Traxacum officinale sativum” genannt. Löwenzahn hast Du ggf. schon in Deinem Garten. Wenn nicht, überleg es Dir, denn manche Menschen mögen es nicht, dass die Samen der Pflanzen annähernd überall Fuß fassen können. Ich kann nur empfehlen Löwenzahn zu probieren, denn die zarten Blätter vor der Blüte sowie die Blütenköpfe selber sind essbar und ein willkommenes Frühlingsgemüse. Diese jungen Blätter der Kulturform enthalten viel Eisen- Bei der Wildform wird es ähnlich sein. Die Blätter während/nach der Blüte sind nicht so lecker, da bitterer. Als Kindern wurde uns gesagt, dass die weiße Milch aus dem Stängel giftig ist, aber ob das stimmt, weiß ich nicht. Ich esse nur das vom Löwenzahn, von dem ich sicher weiß, dass es essbar ist. Im Frühling liebe ich es, die gelben, weit geöffneten Blütenköpfe zu pflücken, zu waschen und in nicht zu süßen Pfannekuchenteig zu tunken. Dann werden sie in der Pfanne in Olivenöl kurz gebacken, etwas gesalzen- wunderbar.
  • Auch Etagenzwiebel oder “Allium cepa var. proliferum” genannt. Sie sieht ungewöhnlich aus, denn sie bildet haselnussgroße Zwiebeln oben an den Stängelspitzen, durch dieses Gewicht sind die Stängel oft verdreht. Diese Brutzwiebeln sind essbar und schmecken wie das junge Laub der Luftzwiebel würzig und nach Lauch. Die Brutzwiebeln senken sich im Herbst bis auf den Boden, treiben da Wurzeln und im nächsten Frühjahr wieder Blätter und einen neuen Stängel mit Brutzwiebelchen. Sie sind winterhart.
  • Auch “Rheum rhabarbarum genannt”. Im ersten Jahr sollte man den Rhabarber Zeit geben sich einzuleben & Kraft zu sammeln, danach können die Stängel von Ende März bis Ende Juni geerntet werden. Wenn man einzelne Pflanzen unter Töpfen vorzieht, kann man diese schon früher beernten. Ab Juli nicht mehr ernten, da dann zu viel Oxalsäure in den Stängeln steckt, welche den Kalzium-Stoffwechsel stören kann. Oxalsäure ist wohl vor Allem für Menschen, die zu Nierensteinen oder Gicht neigen, schlecht- Diese sollten ganz auf Rhabarber verzichten. Wegen des hohen Oxalsäuregehalts, wird auch empfohlen, dass man den Blatt- und Stängelansatz, sowie die Haut der Rhabarberstangen entfernt. Rhabarber ist ein sehr leckeres säuerliches Gemüse mit diesem einzigartig leckerem Geschmack, das eher wie Obst, meist in Kompott oder Kuchen, gegessen wird. Wir haben auch ein wunderbares Rezept für rosa Limonade aus Rhabarber- Erfrischend, lecker und hübsch- einfach klasse 🙂
  • Auch “Rumex rugosus/ Rumex x acetosa/ Rumex patienta” genannt. „Die Oma spielt nicht mit der Puppe, sie kocht `ne Sauerampfer-Suppe“, reimte einst unser Opa. Heute werden die sauren Blätter auch als erfrischende Zugabe für Green-Smoothies, im Salat, Omelett oder Kräuterquark verwendet. Lecker auch als kleiner Geschmackskick im Vorbeigehen. Unsere wachsen gut unter den Blaubeeren im sauren Boden und treiben im lichten Halbschatten große, speerspitzenförmige, jedoch recht zarte Blätter- Besonders, wenn wir die harten, geraden Stängel rausknipsen, die sich 2-3 Mal im Sommer bilden um daran Blüten zu bilden. Er braucht aber nicht unbedingt sauren Boden, sondern vor Allem feuchten & humosen. Es gibt auch hübsche rotgeäderte und eine dunkle, rotblättrige Sorte (rumex species), die hoffentlich auch bald in unseren Garten einzieht.
  • Auch Sönnling oder “Helianthus tuberosus” genannt. Habe ich von einer Kollegin geschenkt bekommen, im tiefsten Winter. Dann nämlich (vom Oktober bis zum Frühjahr) gräbt man die Knollen aus, wenn der Boden grade nicht gefroren ist. Die „Diabetiker Kartoffel“, wie der Sönnling auch wegen seines hohen Inulin (nicht Insulin) Gehaltes genannt wird, ist also ein kalorienarmes, mineralstoff- & vitaminreiches Wintergemüse und die Knollen sind, solange sie im Boden weilen, frosthart! Sie schmeckt nicht so „dicht“ wie Kartoffeln, eher leichter und ähnlich wie Schwarzwurzeln. Die Zubereitung ist der Kartoffel sehr ähnlich, nur sollte man die Knollen auf jeden Fall schälen, da die Schale zum einen nicht so glatt/lecker ist und zum anderen Blähungen hervorrufen kann. Am besten setzt man den Sönnling an einen Ort, an dem er auch verwildern kann und den man im Winter zum Ausgraben gut erreicht, ohne den Winterschlaf anderer Pflanzen zu stören. Jede Knolle, die im Boden bleibt, treibt im Frühjahr neu aus und dadurch kann er recht raumgreifend werden. Er treibt kleine, sonnenblumenähnliche Blüten mit langen leuchtendgelben Blütenblättern.
  • Auch Ewige Zwiebel oder “Allium fistulosum” genannt, kommt aus Sibirien. Die Blätter können wie riesiger Schnittlauch oder wie Frühlingszwiebeln verwendet werden. Sie sind winterhart und liefern auch im Winter frisches Zwiebelgrün- daher wohl auch der Name. Auch hier gibt es eine Rotstielige Sorte.

 

Ich habe erfahren, dass man Tomaten wohl überwintern bzw. durch Ableger vermehren und dadurch mehrjährig ziehen kann, das „forsche“ ich jedoch derzeit noch nach.

 

Auch viele Kräuter sind (ggf. mit etwas Winterschutz) mehrjährig und somit immer im Garten vorhanden:

  • Ist ein Waldkraut. Manche sagen, es ist schwer im Garten anzusiedeln, jedoch wuchs es schon in unserem Garten, als wir einzogen. Es steht im Halbschatten unter einem Rhododendron und blüht wunderschön. Wir verwenden bis zur Blütezeit die Blätter zum Würzen- es hat einen schön knoblauchigen Geschmack, nächstes Jahr versuche ich Bärlauchpesto zu machen. Es zieht sich im Sommer ganz in den Boden zurück, also die Stelle gut merken, damit er nicht versehentlich mit etwas Anderem überpflanzt wird.
  • Es riecht aromatisch und eigentlich wirklich nach Böhnchen. Beim Kochen zu den Bohnen geben, das verstärkt deren Geschmack. Bei uns wuchs das einjährige Bohnenkraut auch unter den Stangenbohnen- es soll helfen die Bohnen gesund zu halten & sieht auch noch hübsch dabei aus. Einfach beim Bohnensetzen dort aussähen. (Achtung, das gibt es auch einjährig)
  • Es hat schöne, zarte, silber-graue Ästchen und kleine grau-grüne Blättchen. Es ist auch im Winter noch sehr hübsch und riecht wunderbar sowie sehr appetitanregend nach Curry. Ich habe jedoch leider noch keine gute Verwendung dafür in der Küche gefunden- ich experimentiere noch.
  • Estragon
    Es gibt einjährigen und mehrjährigen Estragon. Unterschieden wird auch zwischen russischem, deutschem und französischem Estragon. Das französische soll den feinsten Geschmack haben und wird nur über Ableger vermehrt.
  • Es hat kleine, sehr aromatische Blätter. Hier verholzen die Zweige mit der Zeit. Es überwintert problemlos im Topf an unserem Küchenfenster (drinnen) und lässt sich leicht durch Ableger im Wasserglas vermehren. Stängel immer tief und über einem kleinen neuen Austrieb abschneiden, damit er auch tief verzweigt und nicht zu “kopflastig” wird.
  • Er ist als Bäumchen wunderschön und nützlich zugleich. Z.B. für Eintöpfe. Blätter können frisch oder getrocknet gut zum Kochen verwendet werden und sollen in der Vorratshaltung Mäuschen und Geziefer fernhalten. Braucht im Winter Schutz.
  • Minze
    Hier gibt es ‘zig Sorten, am besten schnupperst Du Dich im Pflanzengeschäft Deines Vertrauens durch die Minzsorten um herauszufinden, welche Dir am meisten zusagen. Wir mögen gerne die Schoko-Minze, die schokoladig riecht, aber als Tee aufgebrüht nicht danach schmeckt, dafür aber mild und sehr vollmundig. Gut ist auch ein Tee aus frischen Blättern der Pfefferminze, Spaermint, Marokkanischer- und Schoko-Minze, wahlweise auch mit Stevia-Blättern, damit nicht so viel Zucker hinzugefügt werden muss.
  • Ich kann mir nicht vorstellen einen Garten zu haben, in dem kein Rosmarin steht! Bewusst wächst er nah an einem Ort, den ich oft passiere, damit ich mit der Hand darüber streichen und schnuppern kann. Rosmarinblüten sind zartblau oder weiß, sehr hübsch und ebenfalls essbar, nur dezenter im Geschmack- vielleicht besonders für diejenigen interessant, die den Geschmack, aber das nadelige nicht mögen. Ich habe in einem Pflanzenkatalog auch einen Rosmarin mit pinienkern-ähnlichem Aroma entdeckt!
  • Ist neben ihren kulinarischen Eigenschaften auch eine wunderschöne Pflanze mit langen, ovalen, etwas flaumigen Blättern, die in schönen Mustern und Farben daherkommen. Sie können größere Flächen überwuchern und sind dabei sehr ornamental.
  • Sehr bekannt und ebenso beliebtes, zartes, zwiebeliges Grün. Schnittlauch habe ich bisher vorgezogen gekauft und im Garten ausgepflanzt. Zur Vermehrung können im Herbst die Wurzeln in zwei “Hälften” geteilt und getrennt wieder eingepflanzt werden. Die zarten Halme kann man jederzeit schneiden (unseres wächst auch im milden Winter noch weiter). Die Blüten sind lila oder weiß und ebenfalls essbar- sie schmecken, wie bei den meisten Kräutern, ebenso wie das Gewürz, nur etwas zarter.

 

Kombiniert mit ein paar Beerensträuchern, Obstgehölzen und Erdbeeren ergibt sich dadurch schon eine schöne kleine Auswahl, ohne allzu viel Arbeit zu bereiten.

 

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4 Kommentare zu “Der Ewige Garten – Gemüse ohne Mühe

  1. Anne Nielson

    Hallo,
    leider wird im Moment die Liste nur so dargestellt:
    Hier findest Du eine schöne Auswahl

    [catlist tags=”mehrjährig” exclude_tags=”kräuter” excludeposts=this orderby=name order=asc thumbnail=yes excerpt=yes excerpt_size=255 template=icon_desc link_target=_blank ]

    Schade, ich hatte mir diese Seite als Liste für mehrjähriges Gemüse gemerkt wegen der sehr guten Zusammenstellung. Hoffentlich funktioniert es bald wieder.

    Auch andere Listen auf der Webseite werden leider nicht dargestellt.

    Antworten
  2. Patrick Ogay

    Hallo

    Ich habe gerade letzthin in einem franz. Buchladen etwas diese interessanten Thema gefunden. Ev. handelt es sich um folgendes Buch:
    http://boutique.terrevivante.org/librairie/livres/277/jardin-bio/conseils-d-expert/458-mon-potager-de-vivaces.htm

    Ein Buch, was ich auch sehr interessant fand war über Indoor-Gemüse-Gärten und sogar die Anleitungen waren dabei.

    Im deutschen Sprachraum scheint man weniger kreativ zu sein.
    Wenn ich Gartenseiten ansehe, hab ich oft den Eindruck, sie seien subventioniert von den Samen und Düngerherstellern u.s.w.

    frreundliche Grüsse
    Patrick

    Antworten

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