Mein selbstgebautes Hochbeet

Ein Hochbeet soll ja bestens geeignet sein für Anfänger. Hohe Erträge, einfach zu bewirtschaften, unabhängig von der allgemeinen Bodenqualität. Let’s try this!


Als wir uns mal entschieden haben, dass wir immer auch ein eigenes Stück Garten haben wollen, wenn wir mal aus unserer Stadtwohnung in Hamburg ausziehen, dann war immer auch klar, dass wir darin Gemüse anbauen wollen.

Nur haben wir das noch nie gemacht und stehen ganz am Anfang. Theoretisches Wissen gibt es reichlich, die praktische Erfahrung allerdings fehlt.

Mit diesem halbgaren Wissen dann aber einen ganzen Garten umzugraben, um – wie meine Oma damals – in großen Beeten Gemüse zu ziehen, das ist für den Anfang vielleicht etwas überambitioniert.

Seit einigen Jahren gibt es – gerade unter Städtern – den Trend, Gemüse im Hochbeet zu ziehen. Und dafür gibt es auch gute Gründe:

  • Mit einer Arbeitshöhe von etwa 1m schonen Hochbeete den Rücken.
  • Dank verrotender Gartenabfälle ist die Erde extrem nährstoffreich.
  • Durch die Zersetzungsprozesse ist es im Hochbeet schön warm. – Es kann früher und länger gegärtnert werden als direkt im Boden.
  • Durch Konzepte wie das „Square Foot Gardening“ können auf kleiner Fläche verschiedene Gemüsesorten wachsen und gedeihen.

Welches Hochbeet ist das richtige für mich?

Nun gibt es verschiedene Wege zum Hochbeetglück im eigenen Garten…

Fertigen Bausatz für ein „hohes Beet“ kaufen

Selbst Discounter wie Lidl oder Aldi bieten mittlerweile „Hochbeete“ an. Häufig gibt es bei diesen Angeboten jedoch ein gravierendes Missverständnis.

Auch LIDL & Co bieten „Hochbeete“ an. Aus meiner Sicht ist das nichts anderes als ein Blumenkaste auf Stelzen. Gärtnerische Freude über Jahre kann sich damit nicht einstellen. Bild: Screenshot von lidl.de.

Die erhöhte Anbaufläche ist zwar nett, aus gärtnerischer Sicht aber nicht der entscheidende Vorteil.
Dieser Vorteil ergibt sich erst aus der Idee, unterschiedliche Schichten (➔ Hochbeet richtig füllen) im Hochbeet aufzubauen, die die Pflanzen durch die Verrottung mit Wärme und Nährstoffen versorgen.

Wenn – wie im Beispiel aus dem Screenshot – der Erdraum aber maximal 24 cm hoch ist, dann ist dort kein Platz für gröbere und feinere Gartenabfälle, für eine Schicht Kompost und und und.

Wer sein Hochbeet Jahr für Jahr mit neuer teurer Erde aus dem Gartencenter füllen will, für den mag ein solcher Bausatz das Richtige sein. Für uns war es das nicht.

Hochbeet aus Palettenrahmen bauen

Wenn Du hingegen ein richtiges Hochbeet willst und viel Arbeit scheust, dann organisiere Dir ein paar Palettenrahmen. Gibt es günstig gebraucht beim Logistiker um die Ecke oder neu und etwas teurer im Internet.

Palettenrahmen haben immer das Standardmaß von 120x80x20 cm. Drei oder vier dieser Rahmen übereinander und Du hast ruck zuck ein Hochbeet mit guter Arbeitshöhe.

Du solltest die aufgestapelten Rahmen von innen aber unbedingt mit einer Noppenfolie auskleiden, da das Holz sonst schnell fault.

Fertigen Bausatz für ein richtiges Hochbeet kaufen

Es gibt jedoch auch Bausätze für richtige Hochbeete, also solche die auf dem Boden stehen und bis auf eine Höhe von ca. 1 m mit Material gefüllt werden müssen.

Solche Bausätze gibt es manchmal im örtlichen Baumarkt, oft auf verschiedenen Internetseiten.
Die Qualität reicht von ziemlich einfach bis grandios aufwendig. Der Preis damit dann aber auch von knapp unter 100€ bis fast an die 1.000€.

Durchschnittliche Modelle liefern vorgesägt und abgepackt das, was man sich auch selber bauen kann. Denn…

Hochbeet selber bauen

Ein Hochbeet selbst zu bauen ist meiner Erfahrung nach super einfach und auch für handwerkliche Laien im Nu erledigt. Macht vielleicht mehr Arbeit als der Aufbau eines Bausatzes, bringt aber auch ein noch besseres Erfolgserlebnis.

Dieses Material brauchst du für ein Hochbeet der Größe 2 m x 1 m:

(Alle Produkte kannst du natürlich auch in einem Baumarkt oder ganz woanders kaufen. Auch gibt es unterschiedliche Hersteller etc. Die Links oben sind nur als Verständnishilfe gedacht.)

Als Werkzeug empfehle ich dir wenigstens einen Spaten, Akkuschrauber mit passendem Bit und Wasserwaage.

Aufbauanleitung

  1. Baue mit den Pflastersteinen einen 2×1 m breiten Rahmen, auf den du das Hochbeet später stellen wirst. So kann unten Wasser besser ablaufen und das Holz fault dort nicht.
  2. Baue aus den vierzehn 1 m langen Brettern und vier Vierkanthölzern jeweils zwei Seitenwände des Beets. Die Bretter schraubst du versetzt an.
  3. Verbinde die Seitenelemente mit den langen Holzlatten.
  4. Genau in die Mitte der langen Seiten setzt Du zur Stabilisierung jeweils einen weiteren Vierkant-Pfosten.
  5. Befestige das Wühlmausgitter mit den Krampen am Boden des Hochbeets. Achte darauf, dass wirklich durch keine Lücke im Drahtgitter eine Maus in Dein Hochbeet gelangen kann.
  6. Befestige mit Dachpappstiften die Noppenfolie an der Innenseite des Hochbeets und schneide überflüssige Folie sauber mit dem Rand des Hochbeets ab.
  7. Nun nutzt Du Stahlseil, Spannschloss, Ösen-Schrauben und Duplexklemmen, um – etwa auf der halben Höhe – an den Vierkant-Pfosten der langen Seiten eine Querverbindung herzustellen.
    Sobald das Hochbeet mit Material gefüllt wird, drücken die Seitenwände sonst nach außen und dein Hochbeet wird oval.
  8. Und nun kannst Du dein Hochbeet befüllen

Hochbeet befüllen

Eine zentrale Idee beim Hochbeet: Die Verrottung von Material im Innern des Hochbeets erzeugt Wärme und sorgt für eine gute Nährstoffversorgung. Beides Voraussetzungen für ein schnelles und gutes Wachstum Deiner Pflanzen.

Daher solltest Du beim Befüllen des Hochbeets einige Dinge beachten:

  1. Fülle immer von grob nach fein:
    Ganz unten kommen grobe Äste, darüber Gartenschnitt, dann feinerer Gartenschnitt und Laub, darüber eine Schicht halbfertiger Kompost und dann Mutterboden oder Pflanzerde.
  2. Sorge für Belüftung:
    Die Mikroorganismen brauchen zum Verarbeiten der Materialen Sauerstoff. Du solltest das Material daher nicht zu dicht packen und gut vermengen.
    Daher gilt – wie auch beim Kompost: Rasenschnitt solltest Du immer mit Grob-Gehäckseltem (z. B. vom letzten Heckenschnitt) vermengen. Rasenschnitt wird sonst zu kompakt und es bilden sich Milchsäuren.
  3. Grobe Äste verdichten:
    Sauerstoff ist das Eine. Verdichten das Andere. Die groben Äste und Zweige der ersten Schicht solltest Du mit Deinem eigenen Gewicht etwas zusammentrampeln. Andernfalls rutscht das Bett nach einigen Jahren nach unten ab.
  4. Haselnuss & Co. sind tabu!
    Es gibt einige Pflanzen, deren Gartenschnitt Du nicht zur Füllung des Hochbeets verwenden solltest. In ihnen sind Stoffe enthalten, die das Zersetzen verlangsamen oder gar das Wachstum Deiner Pflanzen be- & verhindern.
    Dazu zählen: Thujen, Nadelbäume, Haselnuss, Rosen oder frische Zweige von Weiden.
  5. Die beste Zeit zum Befüllen ist der Herbst:
    Im Oktober und November fällt im Garten das meiste Material an, insbesondere durch Laub und Heckenschnitt. So kommt schnell genug Material zusammen um das Hochbeet zu füllen.
Du füllst ein Hochbeet immer von grob (unten) nach fein (oben). Daher darf ganz unten am Boden auch grobes Altholz dabei sein. Es verrotte über die Jahre und gibt Wärme und wichtige Nährstoffe an die Pflanzen im Hochbeet ab.

Und dann kann’s auch schon losgehen mit dem Bepflanzen. (Wenn denn die Zeit stimmt.)
Für welche Form von Hochbeet hast Du Dich entschieden?

2 Kommentare

  1. Hallo Adrian,
    in unserem Garten gibt es bisher außer Kräutern und einer Nashi-Birne nur Zierpflanzen. Aber auch dafür eignen sich Hochbeete, vor allem in kleinen Stadtgärten, die man damit praktisch „möblieren“ kann oder auch für ältere Menschen, die, wie du schon gesagt hast, mit der Höhe einfach besser zurecht kommen. Eine tolle Bauanleitung für ein selbstgemachtes Beet stellst du vor – das wäre mein Favorit!
    Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Erfahrungen sammeln und Gärtnern, liebe Grüße,
    Susanna

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